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Traue dich am Arbeitsplatz Feedbacks zu geben

Am Arbeitsplatz Kritik entgegenzunehmen und zu geben ist für viele von uns eine große Herausforderung. Aus Angst vor Missverständnissen oder selbst schmerzhafte Kritik zu bekommen, verzichten wir oft darauf, unseren Kollegen Feedbacks zu geben. Indem man selbst die Tricks fürs Geben und Entgegennehmen von Feedbacks lernt, kann man die Stimmung am Arbeitsplatz verbessern und zusätzlich seine Kollegen besser kennenlernen.

 

„Indem man Feedbacks eher als eine positive Ressource statt einer Bedrohung ansieht, sich deutlich und sachbezogen ausdrückt und selbst lernt, Feedbacks von Kollegen anzunehmen, kann es zu gesteigerter Arbeitsfreude und ehrlicher Kommunikation zwischen den Kollegen kommen, was im Gegenzug Konflikten und dummem Gerede vorbeugt,“ sagt Charlotte Rudenstam, die Kurse über die Kunst, Feedbacks am Arbeitsplatz zu geben, erteilt und das Buch „Bessere Arbeitsbeziehungen” geschrieben hat.

 

Das Timing ist wichtig, wenn man Feedbacks geben will. Eine Daumenregel besagt zum Beispiel, keine Kritik für ein Missgeschick zu geben, das die betreffende Person vor mehreren Wochen oder noch früher begangen hat.

 

„Wenn du selbst ein Feedback bekommst, zeige Dankbarkeit dafür, dass die Person ihre Anliegen vorgebracht hat und sei bedacht darauf, dich zu verbessern. Vermeide den Fehler, direkt eine Abwehrhaltung einzunehmen und gegen die Kritik zu argumentieren. Nehme sie stattdessen entgegen und danke der betreffenden Person für ihre Aufmerksamkeit,“ sagt Charlotte Rudenstam.

 

So erteilst du Feedbacks richtig
* Sprich nur für dich selbst und nie fürs ganze Personal oder die Abteilung, wenn du ein Feedback gibst. Sei genau in deiner Kritik und kritisiere nie die Persönlichkeit oder Eigenschaften von jemandem. Sag lieber „Wenn  du versuchen würdest, die Buchhaltung anders zu führen, würde es dir den Alltag erleichtern” statt „du bist ja wirklich ineffizient bei der Führung der Buchhaltung”.

 

* Nenne das Ziel deutlich. Der Hauptgrund für ein Feedback ist mit Vorschlägen zur Verbesserung der Arbeitsleistung zur Entwicklung der Kollegen beizutragen. Wenn du dir Sorgen darüber machst, wie dein Feedback ankommen wird, erkläre, wieso du ein Feedback geben willst, beispielsweise „Ich glaube, du könntest dein Potential viel besser ausschöpfen, wenn ich dir ein paar Tipps geben dürfte, wie man Kunden angemessen empfängt”.

 

* Denk daran, dass Menschen ganz unterschiedlich auf Feedback reagieren. Übe dich daher in der Kunst, Feedbacks zu geben, indem du mit positiver Kritik anfängst, zum Beispiel „Du hast beim Treffen am Montag wirklich gute Arbeit geleistet” oder „Du hast einen inspirierenden Verhandlungsstil”. Danach kannst du zur Kritik übergehen, die weniger positiv ist.

 

* Wenn die Person, der du dein Feedback gibst, eine Abwehrhaltung einnimmt und eine Diskussion über das Gesagte anfangen will, sage einfach „Ich wollte dir nur ein Feedback geben und hoffe, du schätzt es. Ich denke, wir setzen hier einen Punkt hinter die Diskussion”.

 

* Bitte den Chef, allgemeine Richtlinien über die Erteilung von Feedbacks aufzustellen. Wenn alle mit dem Ziel der Feedbacks einverstanden sind, scheint es oftmals bedeutend leichter, konstruktive Kritik anzubringen. Die meisten schätzen nämlich Feedbacks, wenn es richtig gemacht wird, und Feedbacks strukturiert zu geben, vermindert das Risiko für dummes Geschwätz deutlich. Vielleicht könnt ihr eine Feedbackrunde zum festen Bestandteil der Freitags-Kaffeepause oder des Treffens am Montag machen?

 

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